Opus reticulatum – Beispiele I.

By dirkgruppe

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Ostia, Region I, Fassadendetail einer Insula; augusteisch?

Wie an der Schattenzone rechts zu erkennen ist, liegt die Zone aus opus reticulatum tiefer als die horizontalen Ziegelbänder. Ziegeldurchschuß und das opus reticulatum bilden unterscheidlich tiefe Ebenen. Daraus ergeben sich folgende Fragen:

  • War die Fassade “steinsichtig”, also so, wie sie uns heute überliefert ist?
  • War nur die eingetiefte Fläche des opus reticulatum verputzt, so daß sich ein dekorativer Wechsel von Verputzflächen und horizontalen Ziegelbändern ergab?
  • War die gesamte Fassade verputzt – vollflächig oder dem Relief der unterschiedlichen Verkleidungsebenen folgend?

Welche Funktion hatte der Ziegeldurchschuß und handelt es sich bei dem oben abgebildeten Beispiel aus Ostia überhaupt um einen Ziegeldurchschuß?

Normalerweise besteht der Mauerquerschnitt in seinem Inneren aus opus cementitium (Gemisch aus Mörtel und Stein) und der Verblendung aus Ziegeln oder den Tuffi des Retikulats. Bei einem echten Ziegeldurchschuß gehen die Ziegelbänder durch den gesamten Mauerquerschnitt.

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Pompeji. (Lokalisation unbekannt)

In die Ziegelmauer sind ein Relief (Phallus-Symbol?) und ein rechteckiges Feld opus reticulatum bündig mit der Fassadenfläche eingesetzt. Es ist wohl kaum vorstellbar, daß diese Dekoration anschließend unter Verputz verschwinden sollte. Das wirft die Frage auf, ob man beim opus reticulatum nicht zwischen zwei Fällen unterscheiden muß:

  • Opus reticulatum als Bauweise
  • Opus reticulatum als ein auf Sicht geplantes Mauerwerk.

Zu diesem Beispiel aus Pompeji noch zwei weiter, die ebenfalls einen farblich akzentuierten Zierverband in opus reticulatum zeigen.

(Leider fehlt auch hier eine nähere örtliche Angabe, aber vielleicht fällt jemanden dazu noch etwas ein).

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Pompeji. Die beiden Bilder stammen von der gleichen Außenwand.

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